25. Juli 1970
Helnwein hat das Sterben als Leitfaden seiner Bilder gewählt. Mit feinst gespitztem Stift strichelt er die Maskeraden des unsichtbaren Todes, sein Wirken aufs Blatt: "Gretel Pastetel", popmondän und kapriziös, hält ihre ermordete Puppe im Arm, ein Kind schlachtet Brüderchen auf dem Feld, Blut rinnt aus Nase und Mund des kleinen Kommunistenfritz...
Grau und blasse Rottöne werden mit feinem Farbempfinden einander gegenübergestellt. In Landschaften, auf Objekten und Kleidern blühen jugendstilhafte Pflanzenornamente, umranken die kühlen Bestandsaufnahmen der Angst, der Stille, des Verlöschens.
Der hochbegabte junge Zeichner und Maler Helnwein stellt sich damit in die vorderste Reihe vielversprechender Talente.
...