Helnwein ( texte )
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Gottfried Helnwein : Face it
Verlag Christian Brandstätter
Wien
Lentos Museum of Modern Art, Linz
Konsequent und virtuos. Technische Meisterschaft und auch die Konsequenz einer packenden sozialkritischen Thematik offenbaren sich in dieser Ausstellung: Gewalt, Schmerz, Verletzung werden dargestellt. Den Körper ebenso wie die Psyche betreffend. Helnwein dokumentiert hier in Linz einen künstlerischen Reifegrad, der eine weitere Steigerung kaum vorstellbar macht. Seine Eingriffe sind von einer schmerzhaften Unmittelbarkeit, deren emotionale Energie weit über die großen Bildformate hinaus den Raum und sein Publikum ergreift. (Irene Judmayer - Oberösterreichische Nachrichten) ... +

Gottfried Helnwein : Self-Portrait
www.lerntippsammlung.de
Fach des Referats: Kunst
Cindy Sherman - 2.Version
Cindy Sherman und Gottfried Helnwein Selbstbildnisse können zweifelsohne in die Porträtform „ästhetisches Selbstbildniss mit politischer Aussage“ kategoriert werden.
Betrachtet man ihre Werke jedoch im Vergleich, z.B. Hinsichtlich der gestalterischen Mittel oder der Art der Inszenierung, so lassen sich, neben einigen weiteren Gemeinsamkeiten, viele Unterschiede der beiden Künstler feststellen ... +

Wienbibliothek
"WANN ORDNEST DU DEINE BÜCHER?" - DIE BIBLIOTHEK H.C. ARTMANN
Stefan Winterstein
H. C. Artmanns Comic-Lektüren
Folgt man Marc Degens, ist er überhaupt »der erste deutschsprachige Autor, der sich in seinen Werken intertextuell auf die (amerikanische) Comicliteratur bezog«. Auch Klaus Reichert bezeichnet ihn in dieser Frage als »Pionier«. Ähneln seine Leseerfahrungen, nach denen hier gefragt werden soll, also dennoch - über den großen Altersunterschied hinweg - denen Gottfried Helnweins, wie der Künstler glaubt? Helnweins Verhältnis zu Donald Duck ist von ostentativer Glorifizierung geprägt - ja, bisweilen eignet ihm ein buchstäblich apotheotisches Moment: Im zitierten Interview etwa gerät die Figur wörtlich zum Heiland der österreichischen Nachkriegsgeneration. »Ich hätte lieber einen Gott, der wie Donald Duck aussieht, als einen, der wie Adolf Hitler aussieht«, heißt es seitens des Künstlers im Zusammenhang mit Spekulationen über die Mangelhaftigkeit der Schöpfung Mensch. In einem Interview mit der Zeitschrift Wiener im Februar 2006 wird zwar hinsichtlich dieser Auswahl ein Drittes nicht explizit ausgeschlossen, auf die Frage »Sind Sie sicher, dass Gott existiert?« heißt es aber: »Natürlich - die Existenz Donalds steht außer Zweifel«. In Helnweins Aufsatz Die Ente ist Mensch geworden schließlich wird Donald Duck als »Ankündigung und Ahnung einer neuen Zeit«, »Schöpfung im eigentlichen Sinn des Wortes«, »Creatio ex nihilo« und endlich als (offenbar willkommener) Bruch mit dem Menschenbild der griechischen Klassik apostrophiert. Helnwein stilisiert Donald zur Vision der fälligen Überwindung des Menschen, Walt Disney wird mit Nietzsche und Buddha verglichen. Gleich, wieviel von dieser Position in bezug auf die Ducks bloß Pose und Mittel der Irritation ist: Der Stellenwert, der Disneys bzw. insbesondere Carl Barks' Werk in Helnweins künstlerischer Arbeit eingeräumt wird, macht deutlich, daß hinter seinen Sätzen nicht etwa pure Ironie verborgen ist, die womöglich gerade auf eine Demontage der Popularität der Comic-Produktionen abzielte. ... +

Gottfried Helnwein :
Wienbibliothek
Sonderzahl Verlagsgesellschaft
Stefan Winterstein
H.C. Artmann Comic-Lektüren
Das »dreidimensional[e] und farbig[e]«, »neue[] magische[] Universum« von Entenhausen, in das Gottfried Helnwein in seiner Kindheit aus dem nachkriegsgrauen Wien eintrat und von dem er auch seine Künstlerkollegen verlockt sieht, zeigt sich also in Jelineks Essay gerade auf eine beklemmende Eindimensionalität reduziert. Bei H. C. Artmann nun sind Disneys Protagonisten weder Götter oder Übermenschen noch kritisch analysierte eindimensionale Menschen, sondern schlicht - Menschen. Artmanns in obigem Helnwein-Interview zitierter Formulierung von Donald Duck als dem einzigen Menschen ist, wie sich zeigen wird, ein entschieden anderer Charakter eigen als Helnweins Rede vom göttlichen Donald. Sie ist im Umkreis des Dichters offenbar zur gerne reproduzierten oder auch variierten Weisheit geworden: »Der einzige mensch, der es heutzutage noch versteht, ordentlich die welt zu besehen, ist Donald Duck«, heißt es in Artmanns literarischem Tagebuch "das suchen nach dem gestrigen tag" (1964). In einem Exemplar des von Gottfried Helnwein illustrierten Edgar-AllanPoe-Bands Unheimliche Geschichten, das sich in Artmanns Bibliothek findet, liest man Helnweins Widmung (die beiden kannten einander persönlich): »Die einzigen Menschen, die uns heute noch etwas zu sagen haben, sind Donald Duck und H. C. Artmann«. ... +

Gottfried Helnwein : Selektion - Neunter November Nacht
Kunstmuseum Lentos Linz
Lentos Museum of Contemporary Art
Stella Rollig

Direktorin

„In memory of the children of Europe who have to die of cold and hunger this Xmas“, schreibt der nach London emigrierte österreichische Maler Oskar Kokoschka im Winter 1945 auf den Entwurf zu einem Plakat. Auf eigene Kosten lässt er 5000 Stück drucken und in U-Bahn-Stationen affichieren.
Im Spätherbst 1988 montiert der ins Rheinland emigrierte österreichische Maler Gottfried Helnwein entlang einer 100 Meter langen Wand zwischen Kölner Dom und Museum Ludwig eine Reihe von vier Meter hohen Fotodrucken mit Kindergesichtern. Er nennt die Arbeit „Selektion (Neunter November Nacht)“. Es ist ein Werk von monströser Aussage und schmerzhafter Wirkung. Sein Titel ruft den Jahrestag der sogenannten Reichskristallnacht in Erinnerung, durch ihn gibt Helnwein den Kinderporträts ihren beinahe überwältigend erschütternden Effekt.
Während wir mit Gottfried Helnwein seine Ausstellung für das Lentos Kunstmuseum vorbereiten, recherchiere ich gleichzeitig für ein anderes Projekt über Kokoschka. Die Geschichte der Londoner Plakate ist mir neu. Unbeabsichtigt und unerwartet blenden sich die beiden Künstler-Leben für einen kurzen, berührenden Moment ineinander. Mit beträchtlichem Einsatz an Gestaltungskraft, Kommunikationsfähigkeit, organisatorischer Erfahrung, Umsetzungsenergie und finanziellen Mitteln widmen sich beide Künstler aus gegebenem Anlass einem Appell: Zur Erinnerung! ... +

Gottfried Helnwein : Modern Sleep
Lentos Museum of Modern Art Linz
"Face It" Gottfried Helnwein - one man show
Thomas Edlinger

Essay

Helnwein verbirgt eine mögliche seelische Aufgewühltheit oder Traumatisierung seiner Bildmodelle, die beispielsweise durch die schwarzen, faschistoid und fetischisiert zugleich wirkenden Uniformteile nahe gelegt werden könnte, hinter dem gesetzten Ausdruck seiner Kindergesichter. Wie Laokoon schreien diese wie aus Wachs gemeisselten, "schönen“ Kinder nicht mehr. Sie ertragen etwas, das nicht benannt wird und doch sichtbar wird. Sie kommunizieren in ihrer Intimität eine unauslotbare Abgründigkeit. Die Irritation des Betrachters entsteht daraus, diesem Geheimnis nicht auf die Spur kommen zu können. Die Wunde soll wach gehalten werden, und keiner soll sie heilen dürfen. ... +

Lentos Museum of Contemporary Art Linz
"FACE IT", Gottfried Helnwein
Nava Semel

Israel

Essay zur Ausstellung "FACE IT", Gottfried Helnwein
Das Mädchen krachte durch mein Browser-Fenster und der Text, an dem ich gerade arbeitete, begann auf meinem Monitor zu zittern. Dieses Bild hatte einen Cybersprung zu mir geschafft:
Von einer Londoner Galerie bis nach Israel.
Zwei Jahre lang war ich in die Arbeit an meinem Buch "Und die Ratte lacht" vertieft gewesen, dessen Kern die Erinnerung an den Holocaust und ihre Überlieferung durch die Generationen bis 2099 ist. Meine Protagonistin war ein kleines Mädchen, das in diesen dunklen Zeiten in einer Kartoffelgrube versteckt wurde, schwere Misshandlungen erlitt und überlebte. Und jetzt erschien dieses Mädchen plötzlich vor mir. Eine klare Vision, die auf mysteriöse Art und Weise meine eigenen, kleinen Worte ergänzte. Das verschlossene, reine Gesicht - betend oder verzweifelnd - und ein Hauch einer Träne, kaum sichtbar, im Winkel ihres Auges. Dieses Mädchen mit geschlossenen Augen, dessen Erinnerungen in den Gräben ihres Gehirns geistern, platzte auf unerklärliche Weise in mein Leben. Und heftiges Mausklicken brachte mich schließlich zum Namen jenes Mannes, der mein Grubenmädchen gemalt hatte – Gottfried Helnwein. ... +

Gottfried Helnwein : Black Mirror VII
Neue Nationalgalerie, Berlin
Galeries nationales du Grand Palais, Paris
Moritz Wullen

Leiter des Referats für Ausstellungen der der Staatlichen Museen zu Berlin

MÉLANCOLIE, GÉNIE ET FOLIE EN OCCIDENT
Die Zurschaustellung des eigenen Körpers als Verwesungsmasse beginnt mit den Selbstporträts von George Grosz als Suizidgestalt im Kaffeehaus und reicht über die wie durch den Fleischwolf gedrehten Konterfeis eines Francis Bacon bis hin zur Leichenfledderei am eigenen Leib bei Günter Brus, Kurt Kren oder Frank Tovey, dem jüngst verstorbenen Enfant terrible der experimentellen New-Wave-Szene der 1980er Jahre. Die Befreiung des melancholischen Bewusstseins durch den Tod bietet keine philosophische Perspektive mehr. Es ist ihm ohnedies schon anheim gefallen. Stattdessen wird der Suizid in einer Performance masochistischer Selbstverstümmelung kultisch sublimiert.
In einer fotografischen Inszenierung Gottfried Helnweins erhebt sich der Künstler, fäulnisschwarz und monumental wie das Mahnmal einer letzen Einsicht: “So ist Verzweiflung, diese Krankheit im Selbst, die Krankheit zum Tode. Der verzweifelte ist todkrank. Der Tod ist nicht das letzte der Krankheit, aber der Tod ist in einem fort das Letzte. Von dieser Krankheit erlöst zu werden durch den Tod ist eine Unmöglichkeit, denn die Krankheit und deren Qual und der Tod ist gerade, nicht sterben zu können.”
So ist die Geschichte der Moderne nicht zuletzt auch eine Erfolgsgeschichte der Melancholie und des Eindringens ihres schwarzen Spuks in die letzten Paradiese des Seins- und Weltvertrauens. ... +

Wienbibliothek im Rathaus / Handschriftensammlung -
Teilnachlass Wolfgang Bauer / ZPH 1182
Wolfgang Bauer
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Gottfried Helnwein : Angels Sleeping III
Ludwig Museum Schloss Oberhausen
Rezension zur Ausstellung von Gottfried Helnwein, "Beautiful Children"
Gabriele Oberreuter
Anmerkungen zu seinen Darstellungen von Kindern.
Ästhetische Maßstäbe von Schönheit werden hier irrelevant, ich werde als Betrachter unmittelbar und heftig berührt: es geht um Gewalt, Verletzungen, Schmerzen, Blindheit, Tod oder todesähnliche Zustände, um Irritation, Verzweiflung, Opfer, Opferung, Mißbrauch, Deformation. Kategorien von Empathie und Lebensbezüglichkeit sind über den Kunstwerkcharakter hinweg deutlich angesprochen.
Wir begegnen großformatigen, häufig monumentalen Arbeiten, vor allem Kinder und Erwachsene darstellend, isoliert und in Gruppen, Portraits und Inszenierungen. Zum verbindenden Faktor wird der Ausdruck, der wohl keinen Besucher unbeteiligt läßt: es überwiegt neben todesnaher Stille eine rohe, stumme Gequältheit, ein Erstarren in extremer körperlicher Deformation, Apathie und Tod. Ignorante Täter werden vorgeführt - analog zu verbreiteten christlichen Andachtsbildern schlüpfen sie in 'ehrenwerte' Rollen. ... +

Gottfried Helnwein : Self-Portrait with Smiling-Aid
Universität Wien, Institut für Theater uns Film
technologyLog
dogan evren
Zur medialen Erzeugung der Grimasse*
Mag in der Insistenz und Extensität der Produktion Rainers Werk herausragen, die Abwendung von der Anthropologie, die als Negation doch auch mit ihr verknüpft ist, durchzieht die Kunst seit der Mitte des 20. Jahrhunderts. Zum Bestand der kanonisierten Kunst gehören mittlerweile die fotografisch dokumentierten Body-Perfomances der 60er und 70er Jahre (z.B. Bruce Naumann, Jürgen Klauke, Klaus Rinke), die Selbstporträts Gottfried Helnweins der 70er und 80er Jahre, die Video-Dummies von Tony Oursler. ... +

Gottfried Helnwein : Modern Sleep 3
Universität Hannover - Historisches Seminar, Philosophische Fakultät
Avalist
Steffen Runkel
Gottfried Helnwein im Wilhelm-Busch Museum.
"Beautiful Children“ ist die Ausstellung überschrieben, die Werke und Photographien des gebürtigen Österreichers Gottfried Helnwein bis zum 12. Juni 2005 im Wilhelm Busch Museum Hannover zeigte. Und von vorneherein drängt sich die Frage auf, ob dieser Ort, idyllisch inmitten des Georgengartens gelegen, der richtige Ort sei für den Meister des Überdimensionalen, der großen Installationen.
Doch bereits der Blick in den ersten Ausstellungsraum nimmt diese Befürchtung. Es müssen nicht die ganz großen Dimensionen sein, die in ihren Bann ziehen, es ist die Macht der Mischtechnik auf Leinwand, die unabhängig von ihrer Größe fesselt und fasziniert. Zu Beginn das größte Werk der Ausstellung, 2x4 Meter, ein Mädchengesicht mit geschlossenen Augen: „Beautiful Children“. Der Titel der Ausstellung wird zum Programm. Gegenüber das wohl schönste Werk, der Kuss zweier Nymphen. Nicht lasziv oder aufreizend, sinnlich eher, tastend. Die ungetrübte Unschuld des Kindes, seine Unbeschwertheit und Freiheit hat Helnwein wohl nie besser dargestellt als in diesen beiden Werken. ... +

ruhr-guide.de
Onlinemagazin für das Ruhrgebiet

www.ruhr-guide.de

Ludwig Galerie Schloss Oberhausen
Gottfried Helnwein – Beautiful Children
Vom 19. Juni bis 2. Oktober 2005 zeigte die Ludwig Galerie Schloss Oberhausen mit den Kinderbildern das zentrale Thema des umstrittenen Künstlers. Und auch mit dieser Ausstellung überschritt Helnwein erneut Grenzen und polarisierte, indem er das Kind nicht als unschuldiges und liebenswertes, sondern als verletztes, entblößtes, gedemütigtes und misshandeltes Wesen darstellt. ... +

Gottfried Helnwein : Dr. Antje Vollmer, Vice-speaker of German Parliament
Ludwig Museum Schloss Oberhausen
Dr. Antje Vollmer

Vizepräsidentin des deutschen Bundestages

Auszug aus der Rede zur Ausstellungseröffnung „Gottfried Helnwein - Beautiful Children“ im Ludwig Museum Schloss Oberhausen, am 19. Juni 2005
...Bei diesem ersten Besuch habe ich erkannt, dass dieses nur ein Teil von einem Versuch ist, ein Gesamtkunstwerk als Künstler zu schaffen, das nichts ausblendet, nicht die Schönheit der Welt, von Landschaften, von menschlichen Gesichtern, von der Offenheit und Reinheit menschlicher Wesen, bis zum Zauber der selbst von Kindern ausgehen kann, die Gottfried Helnwein immer „diese zarten Geschöpfe“ nennt. Immer ist es eine Art von Vorsicht und außerordentlich großer Sensibilität, die gleichzeitig gekoppelt und kontrastiert wird mit diesem unglaublich intensiven Ausdruck von Schmerz, Verletzung, Zerstörung, Bedrohung, Alptraum, Nachtgesichtern, und Traumfantasie. Diese Mischung, das ist Gottfried Helnwein, er war nie nur das eine.
Dass er bei dem Allem auch außerordentlich politisch ist, das möchte ich gerade bei so vielen Künstlern, die heute ein Programm der reinen Spaßkultur verkörpern, audrücklich lobend erwähnen. Dass es jemanden gibt, der sich als politisches Wesen in seinen Bildern äußert und damit auch politische Wirkungen erzeugt. Die Gegenstände dieser Kunst sind nicht besonders einfache , schöne, gefällige. Sie haben sehr viel Heftigkeit in den Reaktionen erzeugt. Das gehört dazu, wenn man ein politischer Künstler ist. Wer gefällt der lügt. Das größte Verbrechen eines Künstlers ist, wenn er sich der Lüge, der Gefälligkeit aussetzen würde. ... +

Gottfried Helnwein : Sonntagskind  (Sunday's Child)
30. Deutschen Evangelischen Kirchentag
Predigt der Landesbischöfin im Eröffnungsgottesdienst
Dr. Margot Käßmann

Landesbischöfin

Eins zeigt ein Mädchen mit frechem Gesicht und Blindenband um den Arm, das die Zunge herausstreckt. Erst habe ich gelächelt. Wer den Blick länger verharren lässt, sieht, dass dem Mädchen Blut zwischen den Beinen herunterläuft. Es wurde ganz offensichtlich missbraucht, ihm wurde Gewalt angetan.... Ja, Kinder sind verletzbar. Kindheit kann grausam sein, wenn Kinder ausgeliefert sind. Ich denke an sexuellen Missbrauch, eine unglaublich Form von Folter an Menschen, die lebenslang an dem Trauma leiden werden. Ich denke an Kindersoldaten in Togo, im Kongo, im Sudan. Zerstörte Leben, brutal geopfert für idiotische Machtkämpfe, in denen Zerstörung das oberste Gebot ist, in denen es keine Ziele mehr gibt. Ich denke an Kinder in Indien, die schuften schon mit fünf Jahren um ein paar Münzen zu verdienen, damit ihre Familie überleben kann. Ich denke an die 12-jährigen Judith Wischnajatskaja, die im Juli 1942 in ihrem letzten Brief schrieb: “Lieber Vater! Vor dem Tod nehme ich Abschied von Dir. Wir möchten so gerne leben, doch man lässt uns nicht, wir werden umkommen. Ich habe solche Angst vor diesem Tod, denn die kleinen Kinder werden lebendig in die Grube geworfen.“ ... +

Gottfried Helnwein : "Beautiful Children" Ludwig Museum Schloss Oberhausen
Ludwig Museum Schloss Oberhausen und Wilhelm Busch Museum Hannover
Katalog zu der Einzelausstellung
Peter Pachnike und Gisela Vetter-Liebenow
Auszüge aus dem Vorwort zu "Gottfried Helnwein - Beautiful Children"
„Ein göttlich Wesen ist das Kind, solang es nicht in die Chamäleonsfarbe der Menschen getaucht ist. Es ist ganz, was es ist, und darum ist es so schön. Der Zwang des Gesetzes und des Schicksals betastet es nicht; im Kind ist Freiheit allein. In ihm ist Frieden; es ist noch mit sich selber nicht zerfallen“
Friedrich Hölderlin
Immer wieder waren es Gleichgültigkeit und Teilnahmslosigkeit der Menschen, die Helnwein zu künstlerischen Aktionen bewegt haben. So führte er in den 70er Jahren Straßenaktionen durch, in denen er Kinder bandagierte und mit chirurgischen Klammern versehen auf die Straße legte. Für die Kinder war es eine Art Spiel; für Helnwein der Versuch, „immer wieder in den Alltag – der so genormt abläuft – Störfaktoren einzubringen, um zu sehen, wie die Leute reagieren.“ ... +

DZ BANK Kunstsammlung
Kunst am Arbeitsplatz
Mit dem im April 1993 eröffneten Hochhauskomplex von Kohn/Petersen/Fox in der Frankfurter Westendstraße, der längst einen unverwechselbaren Platz in der Skyline einnimmt, verfügt die DZ BANK über ein modernes Dienstleistungszentrum.
Wie schon Claes Oldenburgs und Coosje van Bruggens Krawatte - "Inverted Collar and
Tie",1994 - auf dem Vorplatz deutlich macht, versteht das Institut Kunst als Element der Unternehmenskultur. So wurde seit dieser Zeit eine "corporate collection" aufgebaut, die mit über 5.000 Exponaten zu einer der größten und angesehensten ihrer Art zählt. ... +

Hamburger Institut für Sozialforschung
Archiv
Plakate
Mehr als 8000 politische Plakate aus den 50er bis 90er Jahren zählen zum Bestand. Sie werben für Veranstaltungen, Demonstrationen, politische Positionen mal ernst, mal witzig, mal ironisch-satirisch, mal polemisch. Viele bekannte Grafiker (Demokratische Grafik Hamburg, Dech, Drescher, Freitag, Grieshaber, Hachfeld, Helnwein, Holtfreter, Patzack, Rambow, Schaffernicht, Staeck, Volland, Wiescher u.v.a.m.) sind mit Arbeiten vertreten. ... +

Gottfried Helnwein : L.A. Confidential (Cops II)
Viktor Farkas
Mensa-Vortrag am 6. Dezember 2004
...Damit möchte ich mich einer kolportierten Aussage von Gottfried Helnwein über das Entenhausen-Universum zuwenden: „Viele lesen Micky Maus-Hefte, wenige aber verstehen die Botschaft.“
- Die Riege der Donald-Fans unter den Literaten ist entsprechend prominent: H.C. Artmann, Peter Handke, Urs Widmer, Robert Schindel; nicht nur sie haben der Ente ihre Reverenz erwiesen, sondern auch berühmte Maler wie der eingangs erwähnte Gottfried Helnwein oder Katzenfreund Manfred Deix. Vielleicht stimmt es ja tatsächlich, daß Donald „die reichhaltigste und in ihrer Kontinuität bemerkenswerteste Kunstfigur des letzten Jahrhunderts ist“, wie der Publizist Marc Degens schreibt. ... +

Filmarchiv Austria
www.filmarchiv.at
Dietmar Schwärzler
Regie: Peter Hajek
Das von Peter Hajek 1984 inszenierte Porträt begibt sich auf die Spuren von Helnweins Leben und Werk. Er wurde in den 1970er-Jahren vor allem durch seine hyperrealistischen Bilder von verwundeten und bandagierten Kindern bekannt und hat sich seit den 1980er-Jahren vor allem der Fotografie und großformatigen Installationen im öffentlichen Raum – meistens mit einem sozialen oder gesellschaftspolitischen Anliegen – zugewandt. Kinder, oft seine eigenen, sind auch der Rahmen, in dem Helnwein bei der Arbeit, im Familienverbund oder beim Spiel präsentiert wird und durch welchen er in dieser Mischform aus fiktivem Dokument und realer Fiktion sowohl künstlerisch als auch sozial kommuniziert ... +



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